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Sicherheit & Ethik

Anthropic kündigt kundengesteuerte Schutzmechanismen für die Nutzung von Claude im Unternehmensbereich an

Enterprise Frontier Safeguards verbindet kundengesteuerte Datenspeicherung mit automatisierter Überwachung schweren Missbrauchs über Sitzungen und Konten hinweg.

Von DigitalNeuron Desk2 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Was hat Anthropic mit Enterprise Frontier Safeguards angekündigt?

Anthropic hat Enterprise Frontier Safeguards angekündigt, eine optionale Lösung, die Überwachungsdaten in kundengesteuerter Cloud-Infrastruktur speichert und automatisierte Systeme zur Erkennung schweren Missbrauchs einsetzt. Laut Unternehmen erfordert EFS keine manuelle Prüfung durch Anthropic, ist für Kunden kostenlos und wird ab diesem Herbst schrittweise eingeführt.

Das Wichtigste

  • Anthropic hat Enterprise Frontier Safeguards angekündigt, das eine Speicherung ohne Datenaufbewahrung mit automatisierter Missbrauchserkennung verbindet.
  • Kunden können Aktivitätsdaten in ihren eigenen Cloud-Konten unter ihren eigenen Verschlüsselungsschlüsseln, Zugriffsrichtlinien und Audit-Protokollen aufbewahren.
  • Automatisierte Systeme analysieren ein gleitendes Zeitfenster des Datenverkehrs und senden erkannte Signale direkt an die Kunden, ohne dass Mitarbeitende von Anthropic die Daten prüfen müssen.
  • EFS wird ab diesem Herbst schrittweise eingeführt, und Anthropic erklärt, den Service nicht in Rechnung zu stellen.

Anthropic hat Enterprise Frontier Safeguards, kurz EFS, angekündigt – ein System, das eine Speicherung ohne Datenaufbewahrung mit automatisierter Überwachung verbindet, die schweren Missbrauch der KI-Modelle des Unternehmens erkennen soll. Anthropic zufolge werden die Aktivitätsdaten in Cloud-Infrastruktur gespeichert, die von den Kunden selbst kontrolliert wird, nicht von Anthropic.

EFS wird ab diesem Herbst schrittweise eingeführt, wobei Anthropic eine breite Verfügbarkeit im gleichen Zeitraum anstrebt. Berechtigte Kunden erhalten bis zur Verfügbarkeit von EFS eine Speicherung ohne Datenaufbewahrung für Fable 5 und Fable 5.1.

Anthropic erklärte, das System gemeinsam mit mehr als 100 Kunden aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Fertigung, Telekommunikation, Recht, Handel und öffentlicher Sektor entwickelt zu haben. Als Cloud-Partner waren zudem Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure beteiligt. Die Gespräche hätten laut Unternehmen ein Viertel der Fortune-100-Unternehmen, jede US-amerikanische global systemrelevante Bank sowie praktisch jede regulierte Branche umfasst.

Kundengesteuerte Speicherung und Prüfung

Kunden können Überwachungsaktivitäten in ihren eigenen Cloud-Konten speichern, darunter Amazon S3, Azure Blob Storage oder Google Cloud Storage. Laut Anthropic können die Daten dabei unter den Verschlüsselungsschlüsseln, Zugriffsrichtlinien und Audit-Protokollen des jeweiligen Kunden verbleiben.

EFS nutzt automatisierte Systeme zur Analyse eines gleitenden Zeitfensters des Datenverkehrs. Diese Systeme suchen laut Anthropic nach Anzeichen für schweren Missbrauch, darunter Versuche, offensive Cyber- oder biologische Fähigkeiten zu entwickeln, sowie Hinweise auf gestohlene oder geleakte Zugangsdaten. Erkennt die Überwachung ein Muster, das Aufmerksamkeit erfordert, geht das Signal direkt an den Kunden.

Die Kunden entscheiden selbst, wie markierte Daten geprüft werden, und ihr eigenes Personal übernimmt jede menschliche Bewertung. Eine Prüfung durch Mitarbeitende von Anthropic sei nicht erforderlich, so das Unternehmen.

Anthropic stellte die Architektur als Antwort auf Kunden dar, die eine Überwachung über mehrere Sitzungen und Konten hinweg wollten, aber keine Modelle nutzen konnten, die einer Datenaufbewahrungspflicht unterliegen. Mit Fable 5 habe man eine 30-tägige Aufbewahrungsfrist eingeführt, da sich mancher Missbrauch über mehrere Aufgaben, Sitzungen und Konten erstrecken könne. Zudem betonte das Unternehmen, niemals ohne ausdrückliche Erlaubnis mit Unternehmensdaten trainiert zu haben und dies auch künftig nicht zu tun.

Verfügbarkeit und Kosten

EFS werde laut Anthropic mit Claude Code, Claude Enterprise, der Claude Platform, Amazon Bedrock, der Claude Platform auf AWS, Googles Agent Platform und Microsoft Foundry funktionieren. Kunden, die direkt oder über AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure auf Claude zugreifen, erhalten vergleichbare Kontrollmöglichkeiten, wobei die Aktivitätsdaten in ihren eigenen Cloud-Konten gespeichert werden. Anthropic arbeitet zudem daran, Drittanbieterangebote für Kunden zu unterstützen, die für EFS berechtigt sind.

Kundeneigene Speicherung, vom Kunden verwaltete Verschlüsselungsschlüssel (Customer-Managed Encryption Keys) und vollautomatisierte Prüfung sind separate, optionale Kontrollmechanismen. Ihre Aktivierung ändere weder das Modellverhalten noch die API-Preise oder Ratenbegrenzungen, so Anthropic.

Anthropic wird Kunden für EFS nichts berechnen. Kunden, die Aktivitätsdaten in ihren eigenen Cloud-Konten speichern, zahlen ihren Cloud-Anbietern für Speicherung, Lese- und Schreibvorgänge sowie Datenausgang. Organisationen können den Zugang über ein von Anthropic bereitgestelltes Formular beantragen.

Quelle: Anthropics Ankündigung „Developing Enterprise Frontier Safeguards with our customers“, veröffentlicht am 1. September 2026.

Häufige Fragen

Was ist Enterprise Frontier Safeguards?
Anthropic beschreibt EFS als eine Lösung, die eine Speicherung ohne Datenaufbewahrung mit Schutzmechanismen verbindet, die Missbrauch über Zeit und Konten hinweg erkennen. Überwachungsdaten können dabei in kundengesteuerter Cloud-Infrastruktur verbleiben.
Wer prüft die von EFS markierten Aktivitäten?
Anthropic zufolge senden automatisierte Systeme Markierungen direkt an die Kunden, deren Personal jede menschliche Prüfung übernimmt. Eine Prüfung durch Mitarbeitende von Anthropic ist nicht erforderlich.
Wo wird EFS unterstützt?
Anthropic zufolge unterstützt EFS Claude Code, Claude Enterprise, die Claude Platform, Amazon Bedrock, die Claude Platform auf AWS, Googles Agent Platform und Microsoft Foundry.
Wie viel kostet EFS?
Anthropic erklärt, für EFS keine Kosten zu berechnen. Kunden, die sich für eine Speicherung in ihren eigenen Cloud-Konten entscheiden, bleiben weiterhin für die Gebühren ihres Anbieters für Speicherung, Lese- und Schreibvorgänge sowie Datenausgang verantwortlich.

Quellen

  1. Developing Enterprise Frontier Safeguards with our customers \ AnthropicAnthropic
Schlagwörteranthropicclaudeenterprise-aidata-privacycloud-securityai-safety

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