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Anthropic versieht Claude zur Einhaltung des EU-KI-Gesetzes mit Textwasserzeichen

Anthropic zufolge werden künftige Claude-Modelle generierte Texte mit einem nicht wahrnehmbaren Wasserzeichen versehen, um das EU-KI-Gesetz einzuhalten.

Von DigitalNeuron Desk3 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Wie funktioniert Anthropics neues Wasserzeichensystem für die Textausgaben von Claude?

Anthropic zufolge werden künftige Claude-Modelle generierte Texte mit einem Wasserzeichen versehen, indem sie mithilfe eines SynthID-Text genannten Verfahrens die Auswahl zwischen gleich wahrscheinlichen Wörtern verändern. Nach Angaben des Unternehmens ist das Wasserzeichen für Leser nicht wahrnehmbar, verursacht weder Kosten noch Verzögerungen und enthält keine Informationen, anhand derer sich ein Nutzer, eine Organisation oder ein Chat identifizieren ließe.

Das Wichtigste

  • Anthropic zufolge werden künftige Claude-Modelle Texte mit einem Wasserzeichen erzeugen, um das EU-KI-Gesetz einzuhalten. Dieses verpflichtet Anbieter von KI-Systemen auf dem EU-Markt seit dem 2. August 2026 dazu, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen.
  • Nach Angaben des Unternehmens verändert das Verfahren, eine Variante der SynthID-Text-Technik von Google DeepMind, die Zufallsquelle, die Claude bei der Auswahl zwischen gleichermaßen geeigneten Wörtern verwendet, anstatt versteckte Zeichen oder zusätzliche Token einzufügen.
  • Anthropic zufolge hat das Wasserzeichen keine Auswirkungen auf die Qualität, Geschwindigkeit oder Kosten der Ausgabe und enthält keine Informationen, die sich auf einen bestimmten Nutzer, eine Organisation oder eine Unterhaltung zurückführen ließen.
  • Anthropic führt das Wasserzeichen nach eigenen Angaben zunächst weltweit ein, weil es bislang keine dauerhafte Möglichkeit besitzt, dessen Einsatz regional zu begrenzen. In den kommenden Monaten soll die Funktion auch auf ältere Claude-Modelle ausgeweitet werden.
  • Anthropic stellt nach eigenen Angaben eine Erkennungs-API als private Vorschauversion bereit, zunächst für Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden, Medien, Faktenprüfer, Forscher und Unternehmen mit vergleichbaren Verpflichtungen. Der Zugang soll im Laufe der Zeit erweitert werden.

Anthropic zufolge werden künftige Claude-Modelle Texte mit einem Wasserzeichen erzeugen. Mit dieser Änderung will das Unternehmen das KI-Gesetz der Europäischen Union einhalten. In einem Beitrag, der den Mechanismus erläutert, erklärt Anthropic, man gehöre zu mehreren großen KI-Anbietern, die diese Vorgabe umsetzen.

So funktioniert das Wasserzeichen

Anthropic zufolge erzeugen große Sprachmodelle Texte Wort für Wort und müssen dabei häufig zwischen mehreren gleichermaßen sinnvollen Wörtern wählen, etwa zwischen "bewölkt" und "grau" zur Beschreibung des Wetters. Bei solchen wenig folgenreichen Entscheidungen trifft ein Modell ohne Wasserzeichen die Auswahl nach Angaben des Unternehmens anhand einer beliebigen Zufallszahl. Beim Wasserzeichenverfahren wird stattdessen ein kryptografischer Schlüssel zusammen mit den vorangegangenen Wörtern verwendet, um die Auswahl zu bestimmen. Dadurch entsteht Anthropic zufolge im gesamten Text ein statistisches Muster, das für Leser nicht wahrnehmbar ist, aber von jedem überprüft werden kann, der über den Schlüssel verfügt. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit abschätzen, dass der Text von Claude stammt.

Anthropic zufolge handelt es sich bei dem Verfahren um eine Variante des SynthID-Text-Ansatzes, den Google DeepMind 2024 in einem Nature-Fachartikel veröffentlichte. Er baut auf einem Gestaltungsprinzip auf, das Scott Aaronson erstmals 2022 vorgeschlagen hatte.

Wo es weniger greift

Anthropic zufolge bietet das Wasserzeichen bei Texten, deren Wortwahl stark eingeschränkt ist, weniger Ansatzpunkte. Als Beispiele nennt das Unternehmen Tatsachenaussagen, etwa die Vervollständigung von "Isaac Newtons berühmtestes Werk hieß Principia", sowie Programmcode, bei dem ein falsches Token ein Programm funktionsunfähig machen kann. In solchen Fällen werde das Wasserzeichen weniger dicht eingesetzt. Auch bei kurzen Passagen sei die Erkennung weniger zuverlässig, da weniger Wortentscheidungen entsprechend weniger Informationen lieferten. Bei einer leichten Überarbeitung von Menschen verfasster Texte könne zudem zu wenig von Claude erzeugter Inhalt verbleiben, um erkannt zu werden. Übersetzungen seien hingegen vollständig mit einem Wasserzeichen versehen, da Claude jedes Wort auswähle.

Anthropic zufolge lässt sich das Wasserzeichen durch umfassende Bearbeitung oder eine vollständige Neufassung entfernen, während geringfügige Änderungen in der Regel nicht ausreichen.

Einführung und Erkennung

Anthropic gibt an, im Juli 2026 gemeinsam mit insgesamt rund 190 Unterzeichnern den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte unterzeichnet zu haben. Das Unternehmen führt das Wasserzeichen eigenen Angaben zufolge zunächst weltweit ein, weil es bislang keine dauerhafte Möglichkeit besitzt, dessen Einsatz regional zu begrenzen. Claude-Modelle, die vor dem 2. August 2026 veröffentlicht wurden, sollen während der gesetzlich vorgesehenen Übergangsfrist in den kommenden Monaten ebenfalls mit der Funktion ausgestattet werden.

Das Unternehmen stellt nach eigenen Angaben eine Erkennungs-API als private Vorschauversion bereit. Sie steht derzeit Organisationen zur Verfügung, die Anthropic nach EU-Recht als zugangsberechtigt einstuft. Dazu gehören Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden, Medien, Faktenprüfer, Forscher, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Gruppen in der EU sowie Unternehmen mit eigenen Compliance-Verpflichtungen. Anthropic will den Zugang im Laufe der Zeit erweitern.

Bei Bildern und anderen Dateitypen wie .png, .jpg und .svg versieht Claude die Metadaten der Datei laut Anthropic statt mit einem Wasserzeichen mit einem kryptografisch signierten Herkunftsnachweis nach dem Branchenstandard C2PA. Diese Metadaten weisen darauf hin, dass Claude an der Erstellung beteiligt war, ohne etwas in der Datei selbst zu verändern oder zu verbergen. Das Wasserzeichen entscheidet dem Unternehmen zufolge weder über das Eigentum an einer Ausgabe noch verändert es die Rechte eines Nutzers gemäß den Geschäftsbedingungen.

Quelle: Anthropic, "So funktioniert Claudes Textwasserzeichen", veröffentlicht am 14. Aug. 2026, aktualisiert am 1. Sep. 2026.

Häufige Fragen

Was ist Claudes Textwasserzeichen?
Anthropic zufolge handelt es sich um ein Muster, das entsteht, indem die von Claude bei der Auswahl zwischen gleich wahrscheinlichen Wörtern verwendete Zufallssteuerung verändert wird. Es lässt sich mit dem Schlüssel des Unternehmens erkennen, nicht jedoch von gewöhnlichen Lesern.
Warum versieht Anthropic Claudes Texte mit einem Wasserzeichen?
Anthropic gibt an, damit das EU-KI-Gesetz einzuhalten. Das Unternehmen unterzeichnete im Juli 2026 gemeinsam mit anderen großen KI-Anbietern den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte.
Verlangsamt das Wasserzeichen Claude oder verteuert es dessen Nutzung?
Nein. Anthropic zufolge wirkt sich das Wasserzeichen nur vernachlässigbar auf die Geschwindigkeit aus und erzeugt keine zusätzlichen Token. Daher verändert es weder die Kosten für die Bereitstellung noch für die Nutzung des Modells.
Kann das Wasserzeichen erkennen lassen, wer einen Text verfasst hat?
Nein. Anthropic zufolge enthält das Wasserzeichen keine Informationen, anhand derer sich ein Nutzer, dessen Organisation oder seine Chats mit Claude identifizieren ließen.

Quellen

  1. How Claude's text watermarking works \ AnthropicAnthropic
Schlagwörterwatermarkingeu-ai-actclaudeanthropicsynthid-textai-transparency

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